21Feb 2018

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Wie Audemars Piguet die Minutenrepetition neu erfand Japanische Bewegungsreplik

Audemars Piguet: Royal Oak Concept Supersonnerie

Mit der Royal Oak Concept Supersonnerie hat Audemars Piguet die Minutenrepetition neu erfunden. Wir haben bei den Entwicklern in Le Locle nachgeforscht.

Audemars Piguet: Royal Oak Concept Supersonnerie
Audemars Piguet: Royal Oak Concept Supersonnerie

Vor acht Jahren entschied sich Audemars Piguet, die Minutenrepetitionen von Grund auf zu überdenken, um die vielen Schwachstellen dieser Uhren zu verbessern. „Als wir anfingen, uns mit dem Ton der Minutenrepetition zu beschäftigen, mussten wir feststellen, dass dies ein sehr komplexes Thema ist”, erklärt Komplikationschef Giulio Papi. „Man kann den Ton nicht einfach auf technischem Weg messen, denn das Gehirn arbeitet am Klangeindruck mit. Daher haben wir nicht nur mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne zusammengearbeitet, sondern auch mit einem Instrumentenbauer.”

Giulio Papi, Chef des Audemars-Piguet-Komplikationsateliers Renaud & Papi
Giulio Papi, Chef des Audemars-Piguet-Komplikationsateliers Renaud & Papi, erklärt Chronos-Redakteur Jens Koch die Supersonnerie

Größtes Defizit der meisten Schlagwerkuhren ist der leise Klang, vor allem wenn sie getragen werden. Deshalb besitzt die Supersonnerie einen Resonanzboden, an dem die Tonfedern befestigt sind. Ein zweiter Boden mit Schalllöchern und einem Abstand zum Resonanzboden sorgt dafür, dass dieser frei schwingen kann. „Wird eine herkömmliche Repetitionsuhr am Handgelenk getragen, dämpft der Arm die Schwingungen, und sie klingt leiser. Bei der Supersonnerie dagegen kann der Resonanzboden auch am Arm schwingen, und die Schalllöcher leiten den Ton so nach außen, dass er vom Arm reflektiert wird. So klingt die Supersonnerie sogar lauter, wenn sie getragen wird.“

Das Video zeigt, wie das Sicherheitssystem der Minutenrepetition funktioniert:

Ein zweites Problem ist der Ankermechanismus, der die Ablaufgeschwindigkeit des Schlagwerks reguliert und oft ein störendes Geräusch verursacht. Hier sorgt eine neu entwickelte Konstruktion für Ruhe. Papi: „Wir fanden heraus, dass die Achsen des Ankermechanismus durch die hohe Geschwindigkeit in Vibrationen versetzt werden und das Geräusch erzeugen.” Die Lösung brachte ein komplex geformter federnder Anker, der das Schwingen der Achse verhindert und dadurch nicht mehr hörbar ist. Eine weitere Schwachstelle von Repetitionsuhren: Man kann sie beschädigen, wenn man die Zeit verstellt, während sie schlagen. „Deshalb haben wir ein Sicherheitssystem entwickelt. Wenn das Schlagwerk aktiv ist, verhindert ein Hebel, dass die Krone gezogen wird. Der Hebel bewegt die Krone sogar zurück, wenn die Repetition betätigt wird und die Krone gezogen ist.”

Tonfedern, Resonanzboden, Boden mit Schalllöchern der Royal Oak Concept Supersonnerie
Innovativ: Tonfedern, Resonanzboden, Boden mit Schalllöchern

Durch eine neue Verarbeitungsmethode der Tonfedern entsteht zudem ein besonders reiner Ton. Während die meisten Repetitionsuhren nicht wasserdicht sind, hält die Supersonnerie drei Bar aus. Und als Letztes wurde ein System integriert, das die Pause verhindert, die normalerweise entsteht, wenn es keine Viertelstunden zu schlagen gibt. Zusätzlich zum Schlagwerk besitzt das Manufakturkaliber 2937 mit Handaufzug ein Tourbillon und einen Chronographen.

Ob Audemars Piguet Gebrauchte Uhren Replik Uhren es wert sind gesammelt zu werden, scheint ziemlich offensichtlich, wenn man sich den Wert einer Royal Oak oder einer Military anschaut – egal, ob Vintage oder neu. Faktisch werden Audemars Piguet als hochwertige Prestigeobjekte angesehen und genau das sind sie auch schon seit vielen, vielen Jahren. Aber warum? Was ist an diesen Uhren nun so besonders?Die Geschichte beginnt im Jahre 1873: Technik-Student Jules Louis Audemars trifft den Wirtschafts-Student Edward Auguste Piguet. Die Gründung ihres Unternehmens im Jahre 1875 in der Schweiz war nichts weiter als ein Experiment; bis es überraschenderweise ein unglaublicher Erfolg wurde. Die Uhren von Audemars Piguet stachen durch ihre hohe Qualität und Präzision heraus. Und aus dem gleichen Grund stehen sie auch heute noch im Rampenlicht. Eine Audemars Piguet zu tragen bedeutet, eine feine, mechanische Uhr zu tragen, die mit großer Handwerkskunst gebaut und bis zur Perfektion veredelt ist.Über die Jahre überraschte Audemars Piguet die Welt viele Male mit innovativen Designs. Im Jahr 1925 baute das Unternehmen die schmalste Taschenuhr der Welt und drei Jahre später die erste Skeleton-Uhr, also eine Uhr, bei der man die mechanischen Teile durch das Glas sehen konnte. Von Beginn an hatten Audemars Piguet einen hervorragenden Ruf, aber mit Einführung der “Royal Oak” in 1972 stiegen sie zum Image des erfolgreichsten Uhrmacher der Welt auf. Eine luxuriöse Sportuhr mit einem radikal modernen Design: einzigartig, in einer konservativen Branche wie der Uhrmacherei.

Welchen Herausforderungen Audemars Piguet sich beim Bau der Supersonnerie stellen musste, erklärt Tim Sayler, Chief Marketing Officer, im Video-Interview mit Melanie Feist, verantwortliche Online-Redakteurin Watchtime.net: